Kapelle in Burgen

Die Ausmalung des Chorraums in der Burgener Kapelle


Wie oben schon erwähnt, stammt die Ausmalung des Chorraums der katholischen Kapelle in Burgen von dem schlesischen Maler Alfred Gottwald. Er hat den Chorraum dreifach gestaffelt. Die Kuppel, d.h., das "Allerheiligste", ist die Sphäre des dreifaltigen Gottes. Darunter folgt der "Himmel der Heiligen": auf den Flächen zwischen den kleinen Fenstern findet man die Gottesmutter Maria, den erzengel Michael, die apostel Paulus und Matthias sowie die hl. Elisabeth von Thüringen und die Kaiserin Helena versammelt. Ganz unten befindet sich der Bereich des Priesters und der Gläubigen.

Die Monumentalmalerei zeigt im "Brustbild" Christus mit seinem geöffneten Herzen und der Unterschrift "Kommet alle zu mir!" Im Gegensatz zu anderen Malereien ist hier Christus nicht als der eigentlich "Mitleidende" zu sehen, sondern als der König, der gekrönte und erhöhte Herr des Himmels. Auch das Herz des Erlösers erinnert nur zum Teil an herkömmliche Darstellungen. Zwar ist es von einem Flammenkranz umgeben, es ist aber nicht mit der Dornenkrone umkränzt. Aus der Herzwunde treten nicht blut und Wasser hervor, sondern sieben leuchtende Strahlen. Diese sieben Strahlen symbolisieren die Sakramente der Kirche. So heißt es in der Präfation des Herz-Jesu-Festes: "Aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche".

Oberhalb der Christusfigur, deren Haupt von einem Nimbus (Heiligenschein) umgeben ist, findet man zwei weitere Nimben. Im vom Betrachter aus gesehen rechten Nimbus ist die Hand Gottvaters abgebildet, und im linken wird der Heilige Geist als Taube dargestellt. In dieser Komposition wird die Allerheiligste Dreifaltigkeit als die Zusammenfassung des christlichen Glaubens verstanden.

Auf dem Chorbogen, auf der linken Seite zum Kirchenschiff hin, wird Maria stehend mit Christus auf dem Arm dargestellt. Ihre Auserwählung vor aller Zeit wird dadurch verdeutlicht, dass Maria den Kopf der "bösen" Schlange zertritt (vgl. Gen 3,15). Ebenso wird auf diese Weise ihr Sieg über das Böse symbolisiert.

Auf der rechten Seite des Chorbogens kämpfen Michael und seine Engel mit dem Drachen, der auch als Schlange dargestellt und als Teufel oder Satan bezeichnet wird. Auch hier wird also der Kampf mit dem Bösen thematisiert.

In der inneren Chorrundung sieht man auf der rechten Seite ein Apostelpaar. Zum Kirchenschiff hin steht St. Paulus, der Völkerapostel. Für uns wird er als Paulus erkenntlich durch das große schwert in seiner rechten Hand, weil er der Überlieferung nach mit einem Schwert hingerichtet worden ist. Das buch in seiner linken Hand weist ihn als Apostel und Schreiber der Paulus-Briefe im Neuen Testament aus.

Zum Chorinnern hin folgt St. Matthias, der Patron der Diözese Trier. Er soll im Jahre 63 n. Chr. mit dem Beil enthauptet worden sein. Daher findet man bei ihm als Attribute das Beil, das auf seine Todesart verweist, und das Buch, das sein Apostelamt bezeichnet. Reliquien des hl. Matthias befinden sich im einzigen deutschen Apostelgrab in der St. Matthias Basilika in Trier. Sie sollen als Geschenk der Kaiserin Helena nach Trier, ihrer Geburtsstadt, gebracht worden sein. Die Darstellung der Helena findet man auf der linken Chorseite, zum Chorinnern hin. Sie trägt herrschaftliche Tracht und eine Krone und ist mit dem laut der Legende von ihr nach Trier gebrachten Heiligen Rock zu sehen. Links neben Helena befindet sich die Darstellung der hl. Elisabeth von Thüringen. Gottwald hat sie als jugendliche Fürstin in vornehmer Kleidung und mit einer Krone auf dem Kopf gemalt. Das Brot, das sie den Armen zuwirft, hat sich in rosen verwandelt.


Text von Herbert Erz, veröffentlicht im Jahrbuch 2004 des Kreises Bernkastel-Wittlich

(Herbert Erz bietet auch geführte Wanderungen in und um Burgen an und zusammen mit seiner Frau eine Ferienwohnung gleich neben der Burgener Kapelle.)

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